Essenheim erscheint urkundlich unter dem Namen Hesinesheim (1023), später Heisinesheim (1026), Hesonesheim (1140), Isenheim (1147), Yesenheim (1256), Isensheim (1259), Ysenheim (1288), Eisenheim (1295), Hesenheim (1297) und Eysenheim (1457). Das Kloster St. Maximin bei Trier besaß schon früh große Güter in Essenheim, in deren Besitz es durch Kaiser Heinrich II. 1023, durch Kaiser Konrad II. 1026, durch Kaiser Heinrich IV. 1066, durch Papst Innozenz II. 1140 und durch Kaiser Friedrich I. 1182 bestätigt wurde. Auch das St. Mariengredenstift in Mainz besaß um diese Zeit reiche Güter zu Essenheim. Die Vogtei über den Ort lag als mainzisches Lehen samt den damit verbundenen Gütern und Rechten in den Händen der Herren von Bolanden. Werner IV. von Bolanden hatte die Vogtei 1259 seinem jüngeren Sohn Philipp als Erbteil ausgesetzt, weshalb dieser den Namen Bolanden zu Essenheim führte.

Graf Friedrich von Veldenz, hatte seine Erbtochter Anna (als einzige Erbin), gemeinsam mit ihrem Gatten, dem Pfalzgrafen Herzog Stephan, um 1422 in die Grafschaft Veldenz eingesetzt, zu der auch das Dorf Essenheim mit allen seinen Zubehörungen zählte. Kurz vor seinem Ableben teilten Graf Friedrich von Veldenz und sein Schwiegersohn Pfalzgraf Herzog Stephan am 23. September 1444 ihre Lande unter des Letzteren Kinder. Der vierte Sohn Ludwig, genannt der Schwarze, erhielt die Grafschaft Veldenz, das spätere Herzogtum Pfalz-Zweibrücken mit dem Mainzer Erzamt und damit auch als Lehensparzell das Dorf Essenheim.

Die evangelische Pfarrgemeinde erlebte bereits 1533 durch die Zugehörigkeit zum protestantischen Herzogtum Pfalz-Zweibrücken die Reformation und ist damit die älteste protestantische Pfarrgemeinde Rheinhessens. Da das katholische Mainzer Domkapitel bis zum Ende des 18. Jahrhunderts der Empfänger des "Großen Zehnten" war, war dieses katholische geistliche Institut dazu verpflichtet, für den Bauunterhalt der protestantischen Kirche zu sorgen.

Die Zeit des 30-jährigen Krieges brachte erhebliche Zerstörungen, Seuchen und Not, um 1631 kämpften hier die Schweden und quartierten sich ein. Einige schwedische Soldaten siedelten sich an. Dadurch soll auch schwedisches Blut seine Spuren hinterlassen haben.

Nunmehr bleiben Essenheim mit Mölsheim und später Stadecken als einzige rheinhessische Orte bis ins Jahr 1733 beim Herzogtum Pfalz-Zweibrücken. Ab dahin werden Essenheim und Stadecken durch Vertrag an die Kurpfalz abgetreten, bei der sie bis zum Niedergang dieser in der französischen Revolution 1797 verbleiben. Von 1797 bis 1815 herrschen die Franzosen, 1816 kommt Essenheim als Teil der Provinz Rheinhessen zum Großherzogtum Hessen.

Im 18. Jahrhundert wanderten viele Essenheimer nach Pennsylvania aus und siedelten dort vor allem in der Gegend des Kreutz Creek im heutigen York County. Die Sprache der Auswanderer – das Pennsylvaniadeutsche – hat sich dort bis heute erhalten. Auch der bekannteste pennsylvaniadeutsche Mundartdichter Henry Harbaugh (1817–1867) hat familiäre Wurzeln in Essenheim.

Im 19. Jahrhundert besaß die Ortsgemeinde eine beachtlich hohe Anzahl von jüdischen Gemeindemitgliedern, die zeitweise etwa 10 % der Gesamtbevölkerung bildeten. Durch eine Stiftung konnte sich die jüdische Gemeinde 1857 eine eigene Synagoge in der Klappergasse erbauen, die 1938 geschändet wurde, später als Lagerraum genutzt wurde und 1978 abgerissen wurde. Ein Gedenkstein wurde 1988 zur Erinnerung an die Synagoge an ihrem ehemaligen Standort angebracht. Der jüdische Friedhof für die Gemeindemitglieder in der Wackernheimer Straße ist erhalten, wurde jedoch sowohl vor, als auch nach 1945 mehrmals geschändet. Am 16. März 2016 verlegte der Künstler Gunter Demnig vor drei Wohnhäusern ehemals dort wohnender jüdischer Familien zur Erinnerung seine Stolpersteine.

Zum 200-jährigen Jubiläum von Rheinhessen im Jahr 2016 wurde durch den Essenheimer Geschichtsverein mit der "Straße der Geschichte" ein viel beachtetes Ausstellungsprojekt realisiert. In zehn privaten Höfen, der evangelischen Kirche und der Alten Schule wurde die geschichtliche und gesellschaftliche Entwicklung des Dorfes der letzten zweihundert Jahre während der einzelnen Zeitabschnitte mit den verschiedenen politischen Entwicklungen dargestellt.

(Quelle: Wikipedia)